Edelstein - Heilkunde
Von Anbeginn der Menschheitsgeschichte haben
Edelsteine eine Faszination auf den Menschen ausgeübt. Edelsteine als
Heilsteine zu verwenden ist keine neue
oder alternative Heilmethode. Die Steinheilkunde ist mehrere tausend Jahre alt.
Zeugnisse von der Verwendung von Steinen zur Heilung von Krankheiten und zur
Vertreibung böser Geister lassen sich in fast allen antiken Kulturen finden.
Schamanen und Medizinmänner nutzten die Kraft der Kristalle als Hilfsmittel für
Zeremonien und Rituale. Dieses jahrtausendealte Wissen wurde bis in unsere Zeit überliefert.
Die ältesten Berichte gehen in das vierte Jahrtausend
v. Chr. zurück. Sie stammen von den Sumerern und den Aufzeichnungen der
altindischen Veden. In den Veden wird
der Name der Naturmedizin Ayurveda überliefert. Er kommt aus dem Sanskrit und
bedeutet Wissen des Lebens (ayur = Leben, veda = Wissen). Ayurveda enthält
detaillierte Anleitungen zur Herstellung von Elixieren, Pulvern und Pasten aus
Edelsteinen.
Indische Ärzte legten farbige Edelsteine auf die
schmerzenden Körperstellen ihrer Patienten und unterstützten die Heilkraft der
Steine zusätzlich durch die Wärme der Sonne. Nachdem dieses Wissen fast in Vergessenheit
geraten war, wird es mittlerweile wieder im Rahmen der medizinischen Ausbildung
an indischen Universitäten gelehrt.
Auch das erste Medizinbuch Chinas, vor 5000 Jahren
von Shen Nung - dem Roten Kaiser - niedergeschrieben, enthält ausführliche
Beschreibungen, wie sich einzelne Edelsteine auf die Funktionsweise des menschlichen Organismus auswirken.
Jede der alten Hochkulturen kannte die heilende
Wirkung wertvoller Steine. Ob in Lederbeuteln am Körper getragen wie bei den
Sumerern, als Talisman und Amulett verwendet oder zu Pulver und Elixieren verarbeitet
- in der Naturheilkunde sollten die Steine böse Kräfte, Krankheiten und Unglück
abwehren und ihren Träger stärken. Der griechische Philosoph Aristoteles
berichtete von der Wirkung der Heilsteine. Die Römer trugen bearbeitete Steine
gegen Krankheit und Schicksalsschläge. In Ägypten wurden Amulette aus Amethyst,
Hämatit, Jaspis, Karneol oder Lapislazuli getragen. Oft wurden die Steine in
Form eines Skarabäus geschnitzt, dem Sinnbild der Schöpfung, und den Toten mit
ins Grab gelegt, um sie gegen die Dämonen des Jenseits zu wappnen.
Steine wurden fast überall gegen ähnliche Leiden
eingesetzt, die rituellen Zeremonien aber waren in jeder Kultur
unterschiedlich. Berühmte griechische, römische und arabische Ärzte und
Gelehrte beschrieben ihre Kräfte und nutzten sie als wesentliche
Bestandteile für ihre Medikamente. Sie wurden pulverisiert, geröstet,
chemischen Reaktionen unterworfen oder mit Sirup und Pflanzenmus vermischt.
Nachdem
die Steinheilkunde in der Antike eine
Blütezeit erlebte hatte, wurde dieses Wissen im Abendland erst im
Mittelalter
neu belebt. Isidor von Sevilla, Konrad von Megenberg, Albertus Magnus
und der
Benediktiner Marbod, Bischof von Rennes, berichteten über die
Kraft der Steine. Marbods kleines Steinbuch »Liber lapidum seu de
gemmis« gab einen Überblick über 60
Edelsteine und deren überlieferte Heilwirkung. Das Büchlein war für die
damalige Zeit ein Bestseller: Es wurde in vier Sprachen übersetzt und von 1511
bis 1799 14-mal aufgelegt.
Die »Physika« der Hildegard von Bingen
Ein umfassenderes Werk zum Heilen mit Edelsteinen erschien im 12. Jahrhundert: die »Physika« der Hildegard von Bingen (1098- 1179). Die Äbtissin und Mystikerin entwickelt darin eine völlig neue Art, mit Steinen zu heilen, was neben der Ernährungskunde ein Grundpfeiler ihrer Medizin ist. Das Werk Hildegards von Bingen zeichnet sich durch die Betrachtung des ganzen Menschen, seiner körperlichen und seelischen Gebrechen aus unter Einbeziehung von Umwelteinflüssen. Mondphasen, schlechte Ernährung und schädliche Gewohnheiten fließen in die Wahl der Behandlungsmethode genauso ein wie die spezifische Konstitution und die psychische Verfassung der Patienten. Auch die Mittel der Heilung sind vielfältig: Die Umstellung der Lebensweise und die äußerliche wie innerliche Behandlung mit Kräutern, Pasten, Pulvern und Essenzen müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Heilsteine werden äußerlich aufgelegt und energetisch aufgeladen. Zur inneren Anwendung gehört das Lutschen der Steine und die Einnahme von Getränken aus pulverisierten Mineralien oder verschiedener Edelsteinessenzen.
(Dies ist nur ein kleiner Teil dessen was über die Edelstein Heilkunde geschrieben wurde. Passagen entnommen aus dem Buch - Heilsteine-von Amethyst bis Zirkon- aus dem Südwest Verlag)